Hält die Erholung des EURGBP an?

von Mfanafuthi Mhlongo, Trive Financial Marktanalyst

Auf den Devisenmärkten bewegt sich der EURGBP derzeit in einem Umfeld, das von einer Reihe einflussreicher Faktoren geprägt ist, die dem Paar am Dienstag zu einem Kursanstieg von über 0,2 % verhalfen und damit einen Teil der Verluste von 0,12 %, vom Montag wieder wettmachten.

Die Einzelhandelsumsätze in Großbritannien stiegen im August um 4,3 % und übertrafen damit die Erwartungen von 2,2 %, was vor allem auf Urlaubseinkäufe zurückzuführen war, die das Verbrauchervertrauen trotz steigender Lebenshaltungskosten stärkten. Dies steht im Gegensatz zur Eurozone, wo der Dienstleistungssektor im August auf 47,9 zurückging, der erste Rückgang in diesem Jahr und der stärkste seit Februar 2021, was auf potenziellen wirtschaftlichen Gegenwind hindeutet.

Inmitten dieser widersprüchlichen Bilder senden die Aussagen der Europäischen Zentralbank (EZB) gemischte Signale aus. Während Chefvolkswirt Phillip Lane die nachlassende Inflation begrüßt, betont Präsidentin Christine Lagarde, wie wichtig es sei, die Inflationserwartungen zu stabilisieren.

Technische Analyse

Das Vier-Stunden-Chart des EURGBP zeigt ein differenziertes technisches Bild. Der aktuelle Kurs liegt bei 0,85705, nachdem er von einer wichtigen Unterstützung bei 0,85351 abgeprallt ist. Dieses Abprallen von der Unterstützung deutet auf ein erneutes Kaufinteresse bei dieser Paarung hin. Der Preis wird derzeit oberhalb des Pivot-Punktes auf dem Tages-Chart gehandelt, was auf ein kurzfristiges zinsbullisches Momentum hindeutet.

Der 50-EMA (blaue Linie) dient als unmittelbare Unterstützung. Die 100-EMA (rote Linie) und die 200-EMA (orange Linie) bieten jedoch Widerstand und deuten auf mögliche Hürden für die Bullen hin. Bemerkenswert ist, dass der 200-EMA vor kurzem sowohl den 50-EMA als auch den 100-EMA durchkreuzt hat, was auf einen sich verstärkenden langfristigen Trend hindeutet. Der Relative Strength Index (RSI) liegt bei 55,12, was auf ein moderates Aufwärtsmomentum hindeutet. Der RSI-basierte gleitende Durchschnitt (MA) liegt bei 41,24, was die derzeit zinsbullische Tendenz bestätigt.

Für Trader, die nach kurzfristigen Gelegenheiten suchen, könnten die Widerstandsmarken bei 0,85815 und 0,86083 wichtige Ziele sein. Um diese Niveaus zu erreichen, ist ein nachhaltiger Anstieg über die längerfristigen EMAs erforderlich.

Umgekehrt kommen bei einer Trendwende die Unterstützungsmarken bei 0,85351 und 0,85104 ins Spiel. Ein Durchbruch unter den täglichen Pivot-Punkt könnte eine Bewegung in Richtung dieser Unterstützungsniveaus auslösen.

Zusammenfassung


Die nächsten wichtigen Daten für den EURGBP sind die Einkaufsmanagerindizes (PMIs) und Einzelhandelsumsätze der Eurozone am Mittwoch. Sollten die Ergebnisse schwächer als erwartet ausfallen, könnte dies den EUR belasten und die Unterstützungsmarken bei 0,85381 und 0,85104 ins Spiel bringen.
Stärkere Ergebnisse könnten dem Währungspaar Auftrieb verleihen, wobei der Kurs von 0,85815 kurzfristig von Interesse sein könnte. Die BIP-Daten der Eurozone am Donnerstag werden ebenfalls wichtig sein, wobei ein schwächeres Ergebnis dem EUR schaden könnte.

Quellen: TradingView, Trading Economics, BRC – British Retail Consortium, Markit Economics